Aufstiegsgenehmigung für Drohnen

Aufstiegsgenehmigung für Drohnen

Drohnen sind fliegende Objekte und dürfen dementsprechend nicht einfach anonym und auf gut Glück fliegen gelassen werden. Leider ist die Gesetzeslage nicht einheitlich, was viele Drohnenpiloten verunsichert. Langfristig wird wohl dazu übergegangen, die Gesetze zu vereinfachen. Weil es sich dabei aber um eine länderpolitische Angelegenheit handelt, werden – ähnlich wie bei der Bildungspolitik – wohl auch künftig Unterschiede bestehen bleiben. Eine einheitliche Rechtsprechung wie in den USA, dem Vorreiterland für Drohnen, ist in Kürze nicht zu erwarten.

Das Mindestalter

Obwohl Hobbydrohnen unter die Kategorie Spielzeug fallen, müssen sie mit Verstand bedient werden, zumal es sich dabei um eine Outdoor-Aktivität handelt. Schnell sind Unfälle oder Missgeschicke passiert und der Nutzer wird im Regen stehengelassen. Das empfohlene Mindestalter liegt deshalb in Deutschland bei 14 Jahren, allerdings gibt es nach unserem Wissen keine verbindliche Richtlinie. In Amerika wird die Regelung strenger gehandhabt. Erst mit 17 Jahren darf der Pilot ans Steuer und muss zuvor einen Test über Luftfahrtwissen ablegen, außerdem ist eine Registrierung notwendig. Mit steigendem Drohnenaufkommen wird früher oder später vielleicht eine ähnliche Regelung in Deutschland eingeführt werden.

Die Versicherung

Das Bedienen von Drohnen unterliegt der Versicherungspflicht. Näheres erfahren Sie in diesem “Bebop drone Haftpflicht” Artikel.

Wo darf man überhaupt fliegen und gibt es eine vorgeschriebene Flughöhe?

Dies hängt wiederum von der abgeschlossenen Versicherung ab. Wird diese über Modellflugverbände abgeschlossen, darf zumeist nur auf deren Areal geflogen werden. Manche Versicherungen sind weniger streng und erlauben auch das wilde Fliegen an beliebigen Orten, solange die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Es darf grundsätzlich nur im unkontrollierten Luftraum geflogen werden, der auf 2500 Fuß (762 Meter) über dem Boden endet. Nur mit Sondergenehmigung sind Flüge im kontrollierten Luftraum oberhalb von 2500 ft möglich. In der Nähe von Kontrollzonen (z.B. Flugplätzen) ist die Nutzung noch stärker eingeschränkt. Hier wird die erlaubte Nutzungszone auf zunächst 1700 ft (518,15 Meter) und schließlich auf 1000 ft (304,8 Meter) herabgesetzt. In der Kontrollzone darf nicht geflogen werden. Wie normale Hobbypiloten müssen Drohnenpiloten die Bestimmungen der ICAO-Karten beachten. Dort stehen alle notwendigen Informationen für das betreffende Fluggebiet. Seit dem 1. Juni ist eine neue Regelung in Kraft, die für 16 große Verkehrsflughäfen gilt. Innerhalb von 1,5 Kilometern um den Flughafenzaun dürfen keine unbemannten Flugsysteme wie z.B. Drohnen benutzt werden. Außerhalb dieses Radius’ gilt folgende Regelung: Dringt die Drohne in die Kontrollzone ein, ist eine Freigabe der Flugsicherung erforderlich. Flugmodelle bis zu einem Gewicht von 5 Kilogramm und einer Flughöhe von maximal 30 Metern über dem Boden werden automatisch zugelassen. Unbemannte Flugobjekte bis 25 Kilogramm Gesamtgewicht dürfen bis zu 50 Meter hoch fliegen. Die Drohne darf nur im Sichtbetrieb gesteuert werden. Hilfsmittel wie z.B. Ferngläser, installierte Kameras und Nachtsichtgeräte fallen nicht unter diese Definition. Der Luftraum muss während des Betriebs stets beobachtet werden, wozu eine zweite Person erforderlich ist. Bemanntem Flugverkehr ist stets auszuweichen, außerdem darf nicht über militärische Objekte, Krankenhäuser, Kraftwerke und Menschenansammlungen geflogen werden. Gerät eine Drohne außer Kontrolle, muss umgehend die Flugsicherung verständigt werden.

Welche gesetzlichen Bestimmungen müssen berücksichtigt werden?

Bis zu einer Gesamtmasse von 5 Kilogramm ist keine Genehmigung erforderlich, wenn es sich um einen privaten „Hobbydrohnenflug“ handelt. Wird die Drohne gewerblich steigen gelassen, muss eine Aufstiegsgenehmigung eingeholt werden. Anlaufstelle ist das Luftfahrtbundesamt des jeweiligen Bundeslandes. Sie muss für jeden Einsatz beantragt werden und gilt für Drohnen bis 25 Kilogramm. Es gibt jedoch vereinfachte Aufstiegsgenehmigungen für gewerbliche Drohnenflieger, die pauschal für 2 Jahre ausgestellt werden – hier ist das zulässige Abfluggewicht allerdings auf 5 Kilogramm beschränkt. Um gewerbliches Fliegen handelt es sich schon, wenn Fotos oder Videos einer Veranstaltung per Drohne gemacht werden. Der gewerbliche Flug ist in der Regel auf 100 Meter über Grund limitiert, außerdem dürfen keine Menschenmengen, Katastrophengebiete, Unglücksorte oder ähnliche Plätze bzw. Situationen überflogen werden. Darunter fallen unter anderem Industrie- und Energieerzeugungsanlagen sowie Justizvollzugsanstalten. Einschränkungen gelten auch für Naturschutzgebiete. Wird innerhalb von geschlossenen Ortschaften eine Drohne steigen gelassen, müssen zuvor die zuständigen Polizeidienststellen darüber informiert werden. Der Pilot wird in der Genehmigung namentlich genannt – sie ist nicht auf andere Personen übertragbar.

Wie sieht die Genehmigung für die einzelnen Bundesländer aus?

Genehmigungen werden nur pro Bundesland erstellt, sind also nicht in ganz Deutschland gültig. Um eine Aufstiegserlaubnis für 2 Jahre zu bekommen, sind in der Regel folgende Unterlagen erforderlich:

  • Antragsformular (unterschrieben)
  • Versicherungsnachweis über die Haftpflichtversicherung
  • Angaben über etwaige Erfahrungen und Schulungen des Piloten
  • Technische Angaben über die Drohne

Wurde die Aufstiegsgenehmigung erteilt, kann sie auch in einem anderen Bundesland anerkannt werden. Die Gebühren betragen dabei etwa 50 Euro, bei Erstausstellung der Erlaubnis sind etwa 250 Euro fällig und eine Einzelerlaubnis kostet rund 80 Euro. Ein illegales Fliegen ohne Aufstiegserlaubnis kann teuer werden und mitunter mehr als 1000 Euro kosten.

Besonderheiten der einzelnen Bundesländer

In Berlin sind, wahrscheinlich aufgrund der dichten Bebauung und der Flughäfen, nur Einzelaufstiegsgenehmigungen möglich. Rheinland-Pfalz besitzt strenge Regelungen zum Drohnenflug. Vor einiger Zeit wurden bisher gültige Bestimmungen umgeschrieben, um der Drohnenfliegerei Einhalt zu gebieten. Inhaber aller Flugmodelle mit aktivierter Kamera müssen eine Aufstiegserlaubnis anfordern, weil der Zweck nicht mehr dem Hobbyfliegen, sondern dem Schießen von Luftbildern gilt. Dabei ist es irrelevant, ob es sich dabei nur um ein Freizeitvergnügen oder um gewerbliche Aufnahmen handelt. Die Argumentation liegt darin, dass beim Filmen der Fokus auf die Aufnahme liegt und die Konzentration dabei abhanden ginge, was das Gefährdungspotential erhöht. Aus diesem Grund ist es wichtig, in Rheinland-Pfalz stets mit Aufstiegserlaubnis unterwegs zu sein. Liegt diese nicht vor, erlischt zudem der Versicherungsanspruch. Auch bei Stadtstaaten gelten teilweise verschärfte Reglungen, die sich zudem von Zeit zu Zeit ändern. Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, sich vor dem Kauf der Drohne und vor deren Inbetriebnahme mit dem zuständigen Luftfahrtbundesamt des jeweiligen Bundeslandes in Verbindung zu setzen.

Haftungsausschluss

Diese Informationen dienen nur als grober Überblick über die derzeitige Situation in Deutschland. Weil sich die Gesetze ständig ändern und zudem keine bundeseinheitliche Rechtsprechung existiert, ist es wichtig, dass sich jeder Drohnenpilot selbst auf den neuesten Stand bringt. Ein Anruf beim Luftfahrtbundesamt reicht aus, um sich die aktuelle Situation erklären zu lassen. Die hier dargelegten Fakten und Äußerungen sind nur als unverbindliche Informationen zu sehen und deshalb ohne Gewähr, ein Rechtsanspruch ist ausgeschlossen.

 

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Ein Kommentar

[…] PS: natürlich mit passender Haftpflicht und AE! […]